Frühe Sprachentwicklungsstörung

Fällt Ihnen bei Ihrem Kind schon in den ersten zwei Lebensjahren ein deutlicher Rückstand in der Sprachentwicklung auf?
Fängt Ihr Kind unter Umständen gar nicht an zu sprechen oder kann nur wenige Wörter?

Sie als Eltern sind gute und kritische Beobachter Ihres eigenen Kindes und sollten daher Ihre Zweifel und Fragen ernst nehmen und sich nicht mit Aussagen wie "Das wächst sich aus." zufrieden geben.

Unser Sprachwissen ist eine zentral menschliche Fähigkeit und ist sowohl für unsere sozialen Beziehungen wichtig, als auch für die Fähigkeit, neues Wissen zu erwerben. Somit ist der frühe Spracherwerb eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung in der Kindheit.
Aktuelle Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung besagen, dass die wichtigste Phase des Spracherwerbs in einem extrem frühen Stadium der kindlichen Entwicklung zu platzieren ist, nämlich in den ersten 12-18 Monaten. Daher ist eine möglichst frühe Therapie (vor dem dritten Geburtstag) in bestimmten Fällen sehr sinnvoll, um z.B. Defizite in den Bereichen Gedächtnis, Problemlösen etc. zu vermeiden.

Folgende Anzeichen deuten schon früh auf eine Sprachentwicklungsstörung hin:

  • Ihr Kind schreit in den ersten Lebensmonaten monoton, sehr schrill oder in auffällig langen "Schreisilben"
  • Ihr Kind ist besonders still. Es lallt kaum bis zum Alter von 9 Lebensmonaten.
  • Bis zu diesem Alter sind noch keine, bzw. sehr selten "Ketten von Silben" wie z.B. bababa, dada, mada, rere... zu hören
  • Die Anfangslaute der vom Kind geäußerten Silben sind in der absoluten Mehrheit lang gezogen, undeutlich und "kaugummiartig" (z.B. bwwwa statt ba)
  • Der Sprechbeginn ist deutlich verzögert.
  • Bis zum 22.-24. Monat produziert Ihr Kind deutlich weniger als 20 Wörter. Dieser kleine Wortschatz enthält noch keine Tätigkeitswörter wie auf (-machen), aus (-machen), an (-machen)...

Zusätzlich gibt es bestimmte "Risikofaktoren", die auf eine Spracherwerbsstörung hinweisen, wie z.B.

  • Kinder aus Familien, in denen Sprachentwicklungsstörungen (bzw. Lese-/Rechtschreibprobleme) bei Eltern oder Geschwistern schon vorhanden sind;
  • Frühgeborene;
  • Kinder mit Hörschädigungen und
  • Kinder mit einem Hintergrund von Geburts- oder Schwangerschaftskomplikationen.

Sollten Sie sich Sorgen über den Sprachentwicklungsstand Ihres Kindes machen, suchen Sie sich in jedem Fall Hilfe durch eine logopädische Diagnostik. Denn auch zu einem ganz frühen Zeitpunkt kann eine Therapie, sowie eine entsprechende Elternberatung und -anleitung sinnvoll sein.

 
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