Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) --- Legasthenie

Es wah eimal eine Muta die Hate Eine torter di gin in wat.
(Es war einmal eine Mutter, die hatte eine Tochter, die ging in den Wald.)

Müssen Sie auch manchmal das Geschriebene ihres Kindes laut vorlesen, um überhaupt den Inhalt zu verstehen?
Meistens gelingt es und ein Gespräch über den Inhalt ist möglich. Aber wie soll mit den vielen Fehlern umgegangen werden?
Dem Kind soll nicht die Freude am Schreiben genommen werden, aber Rechtschreibung wird im Laufe der Grundschulzeit in zunehmenden Maße verlangt.

Wann soll, wann muss ich mich darum kümmern?

Bei einer sogenannten Lese-Rechtschreibschwäche sind immer ein oder mehrere Wahrnehmungsbereiche (auditiv, visuell, Raum-Lage-Vorstellung, Merkfähigkeit...) betroffen. Dies zeigt sich in den verschiedensten Wahrnehmungsfehlern (es sind nur einige Möglichkeiten aufgezeigt):

  • Das Kind spricht deutlich, kann aber die einzelnen Laute nicht aus dem Wort heraushören, lässt diese Buchstaben also aus:                           Delfin - Defin; Schrank - Schak; Blüte - Büte
  • Man denkt, dass das Kind unauffällig spricht, aber bei den ersten Schreibversuchen bemerken die Eltern/Lehrer plötzlich, dass Vokale oder Konsonanten vertauscht werden:                                                           Pilz - Pelz; Hund - Hond; Kuchen - Guchen; Paket - Paget
  • Das Kind schreibt zwar alle Laute, die im Wort zu hören sind, hält aber nicht die korrekte Reihenfolge ein:                                                      fahren - fraen; Kinder - Kidner; Treppe - Terpe;
  • Das Kind spricht undeutlich und schreibt wie es spricht:                      kann man - kama; Mittagessen - Mitteressn; einmal - eimal
  • Das Kind kann sich die Verbindung von Laut und Buchstabe nicht merken, verwechselt ähnlich aussehende Buchstaben, kann Buchstabengruppen nicht eindeutig zuordnen:                                                                     beim - deim; kein - kaein; baden - paben
  • Das Kind kann sich die leichtesten Wörter einfach nicht merken, auch wenn diese Wörter schon hundertmal geschrieben wurden:                  die - di; als - alz; sind - sint


Woran können Sie einen Förderbedarf feststellen?

In den ersten Grundschuljahren wird sehr viel Wert auf lautgetreue Schreibweise gelegt, das heißt, dass viele Fehler wie Kint (Kind), Lapen (Lappen) und Sane (Sahne) auch erlaubt sind. Aufmerken sollten Sie,

  • wenn ihr Kind am Ende des ersten Schulhalbjahres viele gut zu hörende Laute beim Schreiben auslässt, Wörter werden zu "Ruinen": Sonnenblume - Snbom; Kasperltheater - Kasplta.
  • wenn ihr Kind einfach nicht den Unterschied zwischen F und W erfassen kann oder ständig D und T verwechselt.
  • wenn ihr Kind nicht in der Lage ist, mehrere Buchstaben beim Lesen zu einem Wort zusammenzuziehen.


Was sollten Sie als betroffene Eltern unternehmen?

Wenn Sie als Eltern wegen der Rechtschreib- und Leseleistung ihres Kindes besorgt sind, sollten Sie als erstes mit der Lehrerin Rücksprache halten. Sie können auch zusätzlich mit uns Kontakt aufnehmen und wir überlegen gemeinsam, welche weiteren Schritte notwendig sind.

Die Seh- und Hörfunktionen sollten auf jeden Fall überprüft werden, wobei darauf zu achten ist, dass auch die Wahrnehmungsleistungen abgetestet werden.

Wann sollte eine außerschulische Förderung beginnen?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Kinder mit Lese-Rechtschreibproblemen im Bereich der phonologischen Bewusstheit, der Merkfähigkeit und der Raum-Lage-Beziehung Defizite haben. Hier kann in sehr differenzierter Unterstützung dem Kind der Schriftspracherwerb erleichtert werden.

Je früher eine Förderung oder eine Therapie einsetzt, umso erfolgversprechender sind die Bemühungen.

Außerdem können durch eine frühzeitige Unterstützung dem Kind viele Misserfolgserlebnisse bis hin zu Schulunlust und Schulängsten erspart werden und die Freude an der Schule und dem Lernen kann aufrechterhalten bleiben. Das Lesen und Schreiben wird zwar längere Zeit in Anspruch nehmen, aber es ist für die meisten Kinder ein zu erreichendes Ziel.
Steht im Bereich der lautgetreuen Schreibung die Lese- und Schreibkompetenz ihres Kindes auf unsicherem Fundament, dann sind die Kinder auch nicht in der Lage, Regeln der Orthografie (Rechtschreibung) zu verstehen und anzuwenden.

Wo kann ich mein Kind vorstellen, wo kann ich Hilfe und Rat erhalten?
Die Lese- und Rechtschreibleistung Ihres Kindes können Sie bei unterschiedlichen Stellen abklären lassen, z.B. bei der/dem zuständigen Schulpsychologen/in, in lerntherapeutischen Praxen oder in einer darauf spezialisierten logopädischen Praxis, wie zum Beispiel bei uns.
Wir erfassen in einer sehr ausführlichen Diagnostik mit differenzierter Fehleranalyse die Stärken und Schwächen Ihres Kindes und können darauf eine ganz gezielte individuelle Förderung aufbauen. Mit Ihnen als Eltern suchen wir nach Entlastungsmöglichkeiten und einer optimalen Förderung für Ihr Kind. Im Gespräch mit der Lehrerin, werden Fehlerursachen aufgezeigt und gemeinsam überlegt, wie das Kind auch in der Schule die bestmöglichste Unterstützung erhalten kann.

 
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