Sprachentwicklungsstörung

Innerhalb der ersten Lebensjahre lernt Ihr Kind beim Erwerb der Muttersprache, Sprache zu "verstehen" und zu "sprechen".
Beides sind sehr komplexe Vorgänge, bei denen eine Vielzahl von Einzelelementen aufeinander aufgebaut werden.
So wird Ihrem Kind in dieser Phase einiges abverlangt:

  • Es muss die notwendigen Laute seiner Muttersprache erlernen und lernen, wie man Laute zusammensetzen kann, damit ein Wort daraus entsteht (= Sprechentwicklung).
  • Auf der anderen Ebene, der Ebene der Sprachentwicklung, lernt Ihr Kind, dass jedes Ding seinen Namen hat, was dazu führt, dass es lernt, sich über diese Dinge unterhalten zu können.

Ihr Kind muss hierzu stetig neue Wörter lernen, mehrere Wörter zu Sätzen zusammenfügen und schließlich Wörter so verändern können, dass seine Aussagen noch genauer werden. Nicht alle Kinder erlernen Sprache gleich schnell. So kann die Sprach- und Sprechentwicklung stagnieren, wenn gerade andere wichtige Entwicklungsschritte anstehen, wie z.B. die motorische Entwicklung (Krabbeln, Stehen, Laufen).

Wenn Sie bei der Sprache Ihres Kindes im Vergleich zu Gleichaltrigen große Unterschiede feststellen, sollten Sie diese auf jeden Fall abklären lassen.

Hinweise für Eltern
Wenn Sie als Eltern sich Sorgen um die Sprach- oder Sprechentwicklung Ihres Kindes machen, sollten Sie immer um Hilfe bitten, und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem die Sorgen beginnen.
Niemand kennt Ihr Kind so gut wie Sie
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Ihr Kinderarzt oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann eine Verordnung für eine logopädische Diagnostik ausschreiben. Beim Logopäden erhalten Sie eine Einschätzung des sprachlichen Entwicklungsstands ihres Kindes, eine Beratung und wenn nötig eine Therapie für Ihr Kind.
Es ist sinnvoll, sich früh beraten zu lassen, weil Kinder ein Störungsbewusstsein für ihre Sprache entwickeln können. Eine frühzeitige Behandlung kann dem entgegenwirken.

Neben den geringen zeitlichen Unterschieden, die es in der sprachlichen Entwicklung zwischen einzelnen Kindern geben kann, gibt es Kinder, die von der regelhaften Entwicklung deutlich abweichen. Bei einer Sprachentwicklungsverzögerung können einzelne oder auch mehrere Sprachebenen betroffen sein, die nicht altersgemäß entwickelt sind.
So zeigen manche Kinder Auffälligkeiten im

  • Sprachverständnis (Das Kind reagiert nicht angemessen auf Aufforderungen, oder spricht sinnlos alles nach, verwendet Sprache aber nicht, um sich mit anderen auszutauschen).
  • Eingeschränkter Wortschatz;
  • Probleme mit der Wortfindung, Wörter fallen nicht ein oder es muss lang überlegt werden;
  • Dysgrammatismus, d.h. der Satzbau nicht altersgemäß, so fehlen z.B. Artikel (der, die, das) oder Präpositionen (z.B. auf, unter, neben). Probleme kann es auch bei der Mehrzahlbildung, dem Gebrauch der Zeiten oder dem Bilden von vollständigen Sätzen (mit Subjekt, Prädikat und Objekt) geben. 
 
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